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Lohnen sich Puck Screen und Papierfilter im Siebträger?

Veröffentlicht am: 04.29.2025
Siebträger mit Puck Screen auf dem Kaffeebett, daneben Papierfilter und Tamper

Manche legen nach dem Tampen noch etwas auf das Kaffeemehl, bevor der Siebträger in die Maschine kommt: ein dünnes Metallgitter, den Puck Screen, oder ein rund geschnittenes Papier. Andere legen das Papier unter das Kaffeemehl, direkt auf den Boden des Siebs. Hier liest du, was beides bewirken soll, welche Größe du brauchst, was die wenigen Messungen zeigen und was dagegen spricht.

Die Bilder in diesem Beitrag wurden mit KI erstellt.

Was Puck Screen und Papier machen sollen

Der Puck Screen liegt oben auf dem getampten Kaffee. Das Wasser aus der Dusche trifft zuerst auf das Gitter und soll sich dort gleichmäßiger verteilen, bevor es ins Kaffeemehl läuft. Hersteller versprechen außerdem eine sauberere Dusche, weil kein Kaffeemehl mehr an ihr kleben bleibt.

Papier kann oben oder unten liegen. Oben soll es ähnlich wirken wie das Metallgitter. Unten hält es feine Kaffeeteilchen von den Löchern im Sieb fern. Dazu unten mehr.

Welche Größe passt?

Siebträger für zu Hause haben meist 51 mm (etwa bei De’Longhi), 54 mm (etwa bei Sage, Breville und Solis) oder 58 mm (Maschinen mit E61-Brühgruppe). Daneben gibt es Sondergrößen wie 49 oder 57 mm, wie die Größentabelle von Barista-Essentials zeigt.

Drei Puck Screens unterschiedlicher Größe auf Holz
KI-generiertes Bild

Puck Screens gibt es passend dazu in 51 mm, in 53,3 oder 53,5 mm für die 54er Klasse und in 58,5 mm für die 58er Klasse. Die Nennweite ist dabei nur eine Klasse: Präzisionssiebe für 58 mm messen innen am Rand etwa 58,5 mm, wie die Maßangaben bei Prima Coffee zeigen. Deshalb werden die Screens dafür mit 58,5 mm verkauft.

Verlass dich nicht auf die Bezeichnung der Maschine. Miss dein Sieb mit einem Messschieber innen, dort, wo der Screen aufliegen soll, und das an mehreren Stellen, weil Siebe nicht ganz rund sind. So empfiehlt es Hauck Barista Tools für Tamper, und für Screens gilt dasselbe. Der Screen soll die Fläche möglichst ganz decken und trotzdem frei ins Sieb gehen.

Wie voll darf das Sieb sein?

Die meisten Screens sind 1 bis knapp 2 mm dick, verbreitet sind 1,7 mm. Es gibt auch sehr dünne mit 0,2 mm. Jeder Millimeter fehlt oben im Sieb als Platz zwischen Kaffee und Dusche.

Siebträger von der Seite mit Kaffeebett knapp unter dem Rand
KI-generiertes Bild

Ist dein Sieb schon ohne Screen gut gefüllt, raten Hersteller wie IMS und Normcore, die Dosis um etwa 0,5 bis 1 g zu senken. Sonst drückt der Screen beim Einspannen gegen die Dusche. Stark unterdosieren solltest du aber auch nicht, denn zu viel Platz über dem Kaffee kann ungleichmäßiges Durchlaufen begünstigen, schreibt Clive Coffee. Besser ist ein Sieb, das zu deiner Dosis passt, notfalls ein größeres.

Ein Abdruck der Duschschraube im Puck ist übrigens kein sicheres Zeichen für ein zu volles Sieb. Der Puck hebt sich nach dem Bezug kurz an, wenn der Druck abfällt, erklärt Barista Hustle.

Was die Messungen zeigen

  • Ein Händlertest von Clive Coffee (20 g Kaffee auf 40 g Espresso, gemessen mit Refraktometer) fand mit dem Screen der eigenen Hausmarke rund 3 Prozentpunkte mehr Extraktion. Wie viele Bezüge es waren, steht nicht dabei.
  • Ein Datensatz des Baristas Lance Hedrick, ausgewertet von Robert McKeon Aloe (20 g auf 50 g, je 10 Bezüge), zeigt mit Metallgitter oben ein Plus von 0,4 Prozentpunkten.
  • Die Rösterei Nucleus maß 21,0 Prozent Extraktion ohne und 20,7 Prozent mit Screen, also keinen nennenswerten Unterschied. Mit Screen lief der Bezug gleichmäßiger und spritzte weniger.
  • Stéphane Ribes hat Pucks in Ringe geschnitten. Ohne Screen war der Rand deutlich schwächer extrahiert als die Mitte, mit Screen gleichmäßiger. Die Methode wurde später kritisiert.
  • Eine direkte Messung, ob das Wasser gleichmäßiger durch den Kaffee läuft, haben wir nicht gefunden. Es gibt nur Beobachtungen im bodenlosen Siebträger.

Ein großer Gewinn an Extraktion ist damit nicht belegt. Was sich in mehreren Tests wiederholt, ist ein ruhigerer Durchlauf mit weniger Spritzern.

Papier oben oder unten?

Papier oben geht auf eine Idee des Kaffeeautors Scott Rao zurück: Es soll das Wasser verteilen und die Oberfläche des Pucks schonen. Der Physiker Jonathan Gagné hat das in 24 Bezügen nachgemessen. Das Papier erhöhte den Widerstand um rund 7 Prozent, die Bezüge wurden aber nicht gleichmäßiger (Coffee ad Astra).

Espressosieb mit rundem Papierfilter am Boden
KI-generiertes Bild

Papier unten hält feine Teilchen von den Löchern im Sieb fern. Der Bezug läuft dadurch schneller, und du kannst feiner mahlen. Gagné maß in zehn abwechselnden Bezügen einen um das 1,4- bis 1,9-Fache geringeren Widerstand (Coffee ad Astra). Die Extraktion selbst hat er dabei nicht gemessen, und in Hedricks Datensatz streuten die Werte mit Papier unten stark.

Wenn du Papier unten probierst: Es soll alle Löcher bis fast an den Rand decken, darf aber nicht an der Wand hochstehen. Sonst läuft dort Wasser vorbei, und der Espresso schmeckt adstringent (Coffee ad Astra). Nimm Papier, das für Lebensmittel gedacht ist, und keine Laborfilter.

Was gegen einen Puck Screen spricht

  • Ein Handgriff mehr bei jedem Espresso, und der Screen kann nach dem Bezug an der Dusche kleben bleiben.
  • Reinigung: Im feinen Gewebe bleiben Kaffeereste und Öle hängen. Alte Öle werden ranzig, das ist für Siebe belegt und beim Screen naheliegend.
  • Temperatur: Ein kalter Metallscreen nimmt dem Wasser etwas Wärme. Hersteller raten deshalb, ihn vorzuwärmen. Eine Messung dazu haben wir nicht gefunden.
  • Platz im Sieb: Du musst die Dosis eventuell anpassen, siehe oben.

So reinigst du einen Puck Screen

Spül den Screen nach jedem Bezug heiß ab. Wenn du ihn täglich nutzt, leg ihn etwa einmal pro Woche 15 bis 30 Minuten in heißes Wasser mit Reinigungspulver für Espressomaschinen, bürste ihn weich nach und spül ihn gründlich klar. So beschreiben es IMS, Normcore und Seattle Coffee Gear.

Puck Screen in warmem Wasser neben einer Bürste
KI-generiertes Bild

Und danach?

Ein Puck Screen ist ein kleines Werkzeug, das du ausprobieren kannst, ohne viel falsch zu machen. Wenn du an deinem Ablauf weiter feilen willst, lies auch unseren Beitrag zum Needle Tool. Welche Tasse zu Espresso, Cappuccino oder Flat White passt, steht in unserem Artikel zu Tassengrößen. Tassen für Espresso und Cappuccino findest du bei unseren Kaffeetassen.

Quellen