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Wie bereitest du Kaffee mit der AeroPress zu?

Veröffentlicht am: 10.02.2026
Kaffeebereiter aus durchsichtigem Kunststoff mit eingesetztem Kolben auf einer Keramiktasse, daneben gemahlener Kaffee und runde Papierfilter

Die AeroPress ist ein Zylinder mit Kolben, der Kaffee erst ziehen lässt und dann durch einen Filter drückt. Hier liest du, wie sie funktioniert, wie du damit Kaffee kochst, ob daraus Espresso wird und was der Filter mit deinem Kaffee macht.

Die Bilder in diesem Beitrag wurden mit KI erstellt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Kaffee und Wasser ziehen zusammen im Zylinder, dann drückt Luft den Kaffee durch den Filter.
  • Der Hersteller empfiehlt 16 bis 18 g Kaffee, 85 °C und 30 Sekunden Ziehzeit.
  • Von der umgedrehten Methode rät der Hersteller ausdrücklich ab.
  • Echter Espresso entsteht nicht, dafür fehlt der Druck einer Espressomaschine.

Woher die AeroPress kommt

Der Ingenieur Alan Adler begann laut Hersteller 2003 in seiner Garage in Kalifornien mit der Entwicklung. Nach mehr als 30 Prototypen stellte er die AeroPress im November 2005 auf einer Kaffeemesse in Seattle vor. Das Patent für die „Coffee or tea filtering press“ meldete er im Mai 2005 an, erteilt wurde es 2010 (US 7,849,784).

So funktioniert sie

Die AeroPress besteht aus einem Zylinder, einem Kolben mit Dichtung und einer Kappe, in die ein runder Filter kommt. Kaffeepulver und Wasser ziehen im Zylinder wie in einer French Press. Dann drückst du den Kolben herunter. Laut Patentschrift drückt er nicht direkt auf den Kaffee: Er verdichtet die Luft über der Flüssigkeit, und diese Luft presst den Kaffee durch Filter und Kappe in die Tasse.

Zerlegter Kaffeebereiter mit Zylinder, Kolben, gelochter Filterkappe und einem Stapel runder Papierfilter auf Holz
KI-generiertes Bild

So bereitest du Kaffee damit zu

Hersteller und Händler geben unterschiedliche Rezepte an:

SchrittHerstellerEin Kaffeehändler
Kaffee16 bis 18 g, mittelfein16 g, fein bis mittel wie Tafelsalz
Wasser85 °C, bis Markierung 4ca. 90 °C, 200 ml
Rühren3 Sekundengleichmäßig
Ziehzeit30 Sekunden, bei vorgemahlenem Kaffee 60eine halbe Minute
Pressensanft, bis es zischtlangsam, etwa 30 Sekunden

Quellen: Hersteller, Händler

Für dunkle Röstungen nennt der Hersteller 80 °C. Dauert langsames Pressen 20 bis 40 Sekunden, passt laut Hersteller der Mahlgrad (FAQ). Geht es deutlich schneller, mahl feiner, brauchst du viel länger, mahl gröber.

Damit kein Kaffee vorzeitig durchtropft, setzt du den Kolben nach dem Rühren gut einen Zentimeter tief ein und ziehst ihn leicht zurück. Der Unterdruck hält den Kaffee im Zylinder, bis du presst.

Kaffee tropft aus der Filterkappe des Kaffeebereiters in eine gesprenkelte Keramiktasse
KI-generiertes Bild

Die umgedrehte Methode

Viele stellen die AeroPress auf den Kopf: Der Kolben steckt unten, Kaffee und Wasser kommen oben hinein, zum Schluss wird das Gerät mit aufgeschraubter Kappe auf die Tasse gedreht. So tropft nichts durch, der Kaffee kann länger ziehen und gröber gemahlen sein. Das Rezept des Händlers oben arbeitet so.

Umgedrehter Kaffeebereiter steht auf seinem Kolben, gefüllt mit Kaffee und hellbraunem Schaum
KI-generiertes Bild

Der Hersteller rät ausdrücklich davon ab. Das Gerät steht dabei instabil, beim Umdrehen drohen Verbrühungen durch heiße Flüssigkeit. Als Alternative bietet er eine Filterkappe mit Ventil an, die sich erst beim Pressen öffnet.

Wird daraus Espresso?

Espresso entsteht in rund 30 Sekunden mit typischerweise 9 bar Druck und etwa 90 °C (Genovese und andere 2025). Wer Espresso so definiert, bekommt aus der AeroPress keinen, schreibt der Hersteller selbst. Mit der Ventilkappe entstehe ein espressoartiges Konzentrat, aber kein echter Espresso. Wie viel Druck in der AeroPress tatsächlich entsteht, dazu haben wir keine Messung mit nachvollziehbarer Methode gefunden.

Papier oder Metall

Zur AeroPress gehören runde Papierfilter, es gibt auch Filter aus Edelstahl. Laut Hersteller lässt Metall die Kaffeeöle durch, Papier hält sie zurück.

Runde Papierfilter und ein feiner Metallfilter auf grobem Leinen
KI-generiertes Bild

In diesen Ölen stecken Cafestol und Kahweol. Die beiden Stoffe erhöhen laut einer Übersicht der Universität Wageningen Cholesterin und Blutfette (Urgert und Katan 1996). Ein Team aus Brasilien zeigte, wo das Cafestol beim Filterkaffee bleibt: 87 % im Kaffeesatz, 12 % im Papierfilter, 0,15 % im Getränk (Rendón und andere 2017). Eine Studie aus Uppsala maß in papiergefiltertem Kaffee rund 12 mg Cafestol pro Liter, in Kaffee aus der French Press mit Metallsieb rund 90 mg (Orrje und andere 2025). Eigene Messwerte für die AeroPress haben wir nicht gefunden.

Aus welchem Kunststoff sie ist

Original, XL und Go bestehen laut Hersteller aus Polypropylen, die durchsichtigen Modelle aus dem Kunststoff Tritan, die Dichtung aus Silikon. 2009 wechselte der Hersteller weg von Polycarbonat, wegen Bedenken gegen Bisphenol A. Polycarbonat wird aus Bisphenol A hergestellt, Reste davon können sich lösen, schreibt das BfR (BfR).

Seit dem 20.01.2025 gilt die EU-Verordnung 2024/3190. Sie verbietet Bisphenol A in Kunststoffen, Silikonen und anderen Materialien, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen (Verordnung (EU) 2024/3190). Die meisten Mehrweg-Gegenstände mit Bisphenol A durften noch bis 20.07.2026 erstmals in den Handel kommen und dürfen bis 20.07.2027 dort bleiben (Verordnung (EU) 2026/250).

Weiterlesen

Wie das Prinzip ohne Kolbendruck funktioniert, steht in Wie bereitest du Kaffee in der French Press zu?. Den Weg mit Papierfilter beschreibt Wie machst du Kaffee mit dem Handfilter?. Wie fein du mahlst, erklärt Welcher Mahlgrad für Espresso, Filter und French Press?. Tassen für deinen Kaffee findest du bei unseren Kaffeetassen.

Quellen