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Welches Wasser eignet sich für Kaffee und Tee?

Veröffentlicht am: 10.01.2026
Glaskaraffe mit Wasser neben einer Tasse Kaffee und einer Tasse Tee auf Stein

Kaffee und Tee bestehen fast nur aus Wasser. Hier liest du, wie du die Härte deines Leitungswassers erfährst, welche Werte Kaffeefachleute nennen, was hartes Wasser mit Tee macht und was Behörden zu Filtern und Warmwasser sagen.

Die Bilder in diesem Beitrag wurden mit KI erstellt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Hartes Wasser ist laut Umweltbundesamt nicht ungesund. Einen Grenzwert für die Härte gibt es nicht.
  • Deine Wasserhärte muss der Wasserversorger mitteilen und im Internet angeben.
  • Für Kaffee nannte der US-Fachverband eine mittlere Calciumhärte und einen neutralen pH-Wert. Einen gültigen Standard der heutigen Specialty Coffee Association haben wir nicht gefunden.
  • In hartem Wasser bildet schwarzer Tee ein festeres Häutchen.
  • Nimm kaltes Wasser aus der Leitung und lass es nach längerem Stehen ablaufen.

Wie hart ist dein Wasser?

Das Wasch- und Reinigungsmittelgesetz teilt Wasser in drei Härtebereiche ein (Paragraf 9 WRMG). Die Grade deutscher Härte stehen nicht im Gesetz, der Fachverband DVGW hat sie ergänzt (DVGW-Rundschreiben).

HärtebereichMillimol Calciumcarbonat je LiterGrad deutscher Härte
weichweniger als 1,5weniger als 8,4
mittel1,5 bis 2,58,4 bis 14
hartmehr als 2,5mehr als 14

Der Wasserversorger muss dir den Härtebereich mindestens einmal im Jahr mitteilen. Laut Trinkwasserverordnung muss er ihn außerdem im Internet angeben, zusammen mit dem Gehalt an Calcium, Magnesium und Kalium (Paragraf 46 TrinkwV). Einen Grenzwert für die Härte enthält die Verordnung nicht. Das Umweltbundesamt bewertet Wasser mit mehr Calcium und Magnesium gesundheitlich sogar positiv (Umweltbundesamt).

Weiße Kalkschicht am Boden eines Wasserkessels aus Metall
KI-generiertes Bild

Wasser für Kaffee

Die Specialty Coffee Association of America, der US-Vorgänger der heutigen Specialty Coffee Association, nannte folgende Zielwerte für Brühwasser (SCAA, archiviert):

  • Calciumhärte 68 mg je Liter, gemessen als Calciumcarbonat, Spanne 17 bis 85 mg
  • Alkalinität 40 mg je Liter
  • pH-Wert 7,0, Spanne 6,5 bis 7,5
  • gelöste Stoffe insgesamt 150 mg je Liter, Spanne 75 bis 250 mg
  • Natrium 10 mg je Liter, kein Chlor
Handfilter aus Keramik mit Kaffeemehl auf einer Tasse, daneben ein Wasserkessel
KI-generiertes Bild

2019 stand auf der Seite der Specialty Coffee Association eine weitere Spanne: Calciumhärte 50 bis 175 mg je Liter, Alkalinität 40 bis 70, pH-Wert 6 bis 8 (SCA, archiviert). Heute nennt die Seite keinen Wasserstandard mehr. Im Magazin des Verbands schrieb 2019 ein Forscher der ZHAW, dass die Alkalinität für die wahrgenommene Säure des Kaffees wichtiger ist als der pH-Wert (SCA 25 Magazine).

Eine viel zitierte Rechenstudie von 2014 kam zu dem Ergebnis, dass Magnesium Aromastoffe des Kaffees am stärksten bindet. Es bindet aber auch unerwünschte Säuren. Hydrogencarbonat neutralisiert einen Teil der Säure. Wie der Kaffee schmeckt, hängt laut den Autoren vom Gleichgewicht ab. Verkostet wurde in der Studie nicht (Hendon und andere 2014).

Für Kaffeevollautomaten nennen Anleitungen frisches, kaltes Wasser ohne Kohlensäure. Ein Hersteller warnt, dass kohlensäurehaltiges Mineralwasser Tank und Gerät beschädigen kann (Herstellerangabe). Stilles Mineralwasser hält derselbe Hersteller für ungeeignet, weil es bis zu 60 Grad deutscher Härte haben kann (Herstellerangabe). Die Wasserhärte stellst du in der Maschine ein, den Wert erfährst du mit einem Teststreifen oder beim Wasserversorger (Herstellerangabe).

Wasser für Tee

In hartem Wasser bildet schwarzer Tee ein Häutchen auf der Oberfläche. In Versuchen an der ETH Zürich war es bei 200 mg Calciumcarbonat je Liter fester als bei 100 und 50 mg. Zitronensäure schwächte den Film, auch Milch, Zucker, Teemenge und Temperatur wirkten sich aus (Giacomin und Fischer 2021). Mehr dazu liest du in Wie bekommst du Teeflecken aus der Tasse?.

Zwei Gläser Tee, links klar und rötlich, rechts trüb und dunkler
KI-generiertes Bild

Der Deutsche Teeverband empfiehlt für Tee möglichst weiches Wasser, bei sehr hartem Wasser einen Filter oder stilles Mineralwasser. Er rät, frisches Wasser nur kurz und möglichst nur einmal aufzukochen (Teeverband). Eine Aussage von Behörden oder Verbraucherzentralen zum zweiten Aufkochen haben wir nicht gefunden.

Schwarztee gießt der Teeverband mit sprudelnd kochendem Wasser auf. Für grünen Tee lässt er das Wasser nach dem Aufkochen fünf Minuten stehen und gießt mit etwa 80 °C auf (Teeverband). Kräuter- und Früchtetee sollst du laut Bundesinstitut für Risikobewertung unbedingt mit sprudelnd kochendem Wasser aufgießen und mindestens fünf Minuten ziehen lassen, weil vereinzelt Salmonellen vorkommen können (BfR).

Filter, Flasche oder Leitung?

Wasser, das länger als vier Stunden in der Leitung stand, sollst du laut Umweltbundesamt nicht für Speisen und Getränke nutzen. Lass es ablaufen, bis es spürbar kühler aus dem Hahn kommt (Umweltbundesamt). Warmes Wasser aus der Leitung ist für Getränke nicht gedacht, den Teekessel füllst du mit kaltem Wasser (Umweltbundesamt).

Tischwasserfilter hält die Verbraucherzentrale meist für unnötig. Im Behälter oder in alten Filtern kann das Wasser verkeimen. Wer einen Filter nutzt, soll die Kartusche regelmäßig wechseln, den Filter reinigen und im Kühlschrank aufbewahren (Verbraucherzentrale). Stiftung Warentest fand 2022 Bakterien in allen geprüften Filterkannen (Stiftung Warentest).

Wasserfilterkanne neben einem Keramikbecher
KI-generiertes Bild

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Wie heiß das Wasser für Espresso sein soll, steht in der Genauen Anleitung zur Espressozubereitung. Wie du Kalk aus dem Siebträger bekommst, erklärt Wie reinigst du einen Siebträger richtig?. Tee mit Tradition findest du in Wie funktioniert die ostfriesische Teezeremonie?. Tassen für beides findest du bei unseren Kaffeetassen.

Quellen