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Was ist Raku-Keramik?

Veröffentlicht am: 10.01.2026
Schwarze, handgeformte Raku-Teeschale neben einem weißen Gefäß mit schwarzem Craquelé

Raku steht für zwei Dinge: eine japanische Keramik, die seit dem 16. Jahrhundert in einer Familie in Kyoto entsteht, und ein Brennverfahren, das in den USA daraus entwickelt wurde. Hier liest du, woher Raku kommt, wie beide Arten gebrannt werden und ob Raku als Tasse taugt.

Die Bilder in diesem Beitrag wurden mit KI erstellt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Raku entstand im 16. Jahrhundert in Kyoto als Teeschale für den Teeweg.
  • Japanische Raku-Schalen werden von Hand geformt und einzeln gebrannt, schwarz oder rot.
  • Westliches Raku wird nach dem Brand in brennbarem Material geräuchert, daher die schwarzen Risse und der Metallglanz.
  • Keramikfachleute raten, westliches Raku als Dekoration zu nutzen.

Woher Raku kommt

Am Anfang steht Chōjirō. Das Raku Museum in Kyoto führt seine Technik auf die chinesische Dreifarbenkeramik der Ming-Zeit zurück und nennt ihn den Sohn eines Chinesen namens Ameya (Raku Museum). Das Metropolitan Museum schreibt, er gelte als Ziegelmacher (Metropolitan Museum). Seine ersten Teeschalen entstanden um 1579 im Umfeld des Teemeisters Sen no Rikyū (Raku Museum).

Schwarze und rötliche handgeformte Teeschale nebeneinander auf Stein
KI-generiertes Bild

Zuerst hießen die Stücke Ima-yaki, Keramik von heute. Später nannte man sie nach dem Palast Jurakudai Juraku-yaki, daraus wurde Raku-yaki. Überliefert ist außerdem, dass der Feldherr Toyotomi Hideyoshi der Familie ein Siegel mit dem Zeichen Raku gab (Raku Museum). Die Familie fertigt bis heute Raku in Kyoto (Raku Museum).

Wie japanisches Raku gebrannt wird

Chōjirōs Schalen sind von Hand geformt, ohne Töpferscheibe, und in einem kleinen Innenofen gebrannt. Es gibt sie in Rot und Schwarz, der Scherben ist weich (Kulturbehörde Japan).

Das Fujita Museum in Osaka beschreibt den Brand so: Schwarze Schalen werden bei etwa 1000 °C einzeln gebrannt, bei geschmolzener Glasur aus dem Ofen gezogen und schnell abgekühlt. Rote Schalen brennen bei etwa 800 °C (Fujita Museum). Raku Kichizaemon XV beschrieb 2017 in einem Interview, wie er mit Holzkohle und Blasebälgen brannte, eine Schale nach der anderen, 18 Stunden an einem Brenntag (nippon.com). Geräuchert wird in der Raku-Familie nicht, die Schale kühlt an der Luft ab (Ceramics Monthly).

Kleiner Brennofen im Freien mit einer glühenden Keramikschale, davor eine Metallzange
KI-generiertes Bild

Westliches Raku

Der Amerikaner Paul Soldner begann 1960 mit Raku und veränderte das Verfahren (Paul Soldner). In einem Vortrag beschrieb er, wie er rotglühende Stücke in Laub wälzte und außerhalb des Ofens räucherte (Soldner 1990).

So läuft westliches Raku meist ab: Die Stücke werden bei niedriger Temperatur gebrannt, glühend entnommen und in einen Behälter mit brennbarem Material wie Sägespänen gelegt (Ceramic Arts Network). Die britische Arbeitsschutzbehörde nennt etwa 900 °C (HSE). Im Rauch fehlt Sauerstoff, Metalle in der Glasur wie Kupfer glänzen danach metallisch. Die Glasur reißt fast immer, und der Rauch färbt die Risse schwarz (Digitalfire).

Metalltonne mit Sägespänen und trockenem Laub, aus der Rauch aufsteigt
KI-generiertes Bild
japanisches Rakuwestliches Raku
Brandeinzeln, Holzkohle, etwa 800 bis 1000 °Cniedrige Temperatur, etwa 900 °C
nach dem Brandkühlt an der Luft abwird in brennbarem Material geräuchert
Aussehenschwarz oder rotschwarzer Scherben, Craquelé, Metallglanz

Taugt Raku als Tasse?

Für westliches Raku sind sich die Fachquellen einig. Der Töpfer Steven Branfman nennt Raku von Natur aus unsicher als Haushaltsgeschirr: Der schnelle Brand und das Räuchern machen es zerbrechlich und porös, die dünne Glasur platzt leicht ab. Die meisten Stoffe in Raku-Glasuren seien dagegen nicht giftig (Ceramic Arts Network). Laut Digitalfire ist Raku wegen der niedrigen Brenntemperatur sehr porös und nur für Dekoration geeignet (Digitalfire). Spülmaschinenfest ist dort nur Ware, die wenig Wasser aufnimmt und keine Haarrisse hat (Digitalfire).

Weiße Glasur mit einem feinen Netz schwarzer Craquelé-Risse
KI-generiertes Bild

Japanische Raku-Schalen werden seit Jahrhunderten zum Teetrinken benutzt. Das Raku Museum lädt viermal im Jahr zu Teezusammenkünften, bei denen Gäste aus Schalen der Sammlung trinken (Raku Museum). Das Metropolitan Museum beschreibt bei einer Schale Abnutzung durch langen Gebrauch von Teemeistern (Metropolitan Museum).

Raku selbst brennen

Wer Raku im Kurs oder selbst brennt, arbeitet mit offenem Feuer und Rauch. Die britische Arbeitsschutzbehörde rät, Raku nicht in Innenräumen zu brennen, Augenschutz, hitzefeste Handschuhe, Schürze und Sicherheitsschuhe zu tragen und keine leicht entzündlichen Flüssigkeiten ins Feuer zu geben (HSE). Ein erfahrener Raku-Töpfer nennt dazu Baumwollkleidung, Atemschutz und einen Feuerlöscher in Reichweite (Ceramic Arts Network).

Weiterlesen

Wie Raku-Schalen im Teeweg benutzt werden, liest du in Wie bereitest du Matcha zu?. Woher feine Risse in der Glasur kommen, erklärt Was bedeuten Haarrisse in der Glasur deiner Tasse?. Was in Glasuren stecken kann, steht in Ist Glasur giftig?. Handgemachte Tassen für den Alltag findest du bei unseren Teetassen.

Quellen