Seite wählen

Wie bereitest du Matcha zu?

Veröffentlicht am: 10.01.2026
Keramikschale mit aufgeschlagenem Matcha, daneben Bambusbesen und Bambuslöffel

Matcha ist fein gemahlener Grüntee, den du mit wenig Wasser in einer Schale aufschlägst. Hier liest du, wie viel Pulver und Wasser japanische Stellen nennen, welches Werkzeug du brauchst, woher die bekannten Teeschalen kommen und was Behörden zu Koffein und Aluminium sagen.

Die Bilder in diesem Beitrag wurden mit KI erstellt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Für eine Schale dünnen Matcha nennt die Präfektur Kyoto etwa 2 g Pulver und 70 ml Wasser mit 70 bis 80 °C.
  • Matcha wird aus Tencha gemahlen, einem Grüntee aus beschatteten Blättern, der ungerollt getrocknet wird.
  • In Deutschland ist „Matcha“ kein geschützter Begriff.
  • Die Verbraucherzentrale rät wegen Aluminium zu höchstens 1 g je Tasse, wenn der Hersteller nichts anderes angibt.

Was Matcha ist

Der japanische Teeverband definiert Matcha in seiner freiwilligen Kennzeichnungsnorm als Tencha, der in einer Steinmühle oder ähnlich zu feinem Pulver gemahlen wird. Tencha stammt von Teegärten, die vor der Ernte zwei bis drei Wochen beschattet werden. Die Blätter werden gedämpft und ohne Rollen getrocknet (Japan Tea Central Council). Die Beschattung diente ursprünglich dem Frostschutz und ist seit über 400 Jahren üblich, früher mit Schilf und Stroh, heute meist mit schwarzem Gewebe (Präfektur Kyoto).

In Deutschland ist Matcha lebensmittelrechtlich nicht geschützt. Ob ein Produkt im Handel so hergestellt wurde, bleibt oft ungewiss (Verbraucherzentrale). Das Landesamt in Bayern beanstandete 2024 elf Prozent von 47 Proben wegen der Kennzeichnung (LGL Bayern).

Was du brauchst

  • Chawan: die Teeschale
  • Chasen: der Besen aus einem Stück Bambus
  • Chashaku: der schmale Bambuslöffel
  • ein feines Sieb für das Pulver

Die Teeschule Urasenke nennt diese Geräte als Grundausstattung (Urasenke). Ohne Teeschale geht laut der Präfektur Kyoto auch eine Milchkaffeeschale, ohne Bambuslöffel ein leicht gefüllter Teelöffel, das sind etwa 2 g (Präfektur Kyoto). Schalen mit Ausguss an einer Seite heißen in Japan Katakuchi. Sie dienten ursprünglich für Sake, Essig oder Sojasauce (Kotobank).

Keramikschale mit Ausguss neben einem Bambusbesen auf einem Keramikhalter
KI-generiertes Bild

Schritt für Schritt

  1. Siebe das Pulver in die Schale, damit keine Klümpchen bleiben.
  2. Nimm zwei Bambuslöffel Pulver, etwa 2 g.
  3. Lass 70 ml Wasser auf 70 bis 80 °C abkühlen.
  4. Gieß zuerst wenig Wasser zu und rühre das Pulver glatt, dann den Rest.
  5. Schlag den Tee mit dem Besen aus dem Handgelenk vor und zurück auf. Je feiner der Schaum, desto runder der Geschmack.
Feines Sieb auf einer Keramikschale mit gesiebtem Matchapulver
KI-generiertes Bild

So beschreibt es das Teeforschungsinstitut der Präfektur Kyoto. Im Sommer gießt es etwas kühler auf, im Winter etwas heißer (Präfektur Kyoto). Die Teeschule Urasenke nennt etwa 1,8 g für eine Schale und rät, mäßig aufzuschäumen, ohne große Blasen stehen zu lassen (Urasenke). Eine Broschüre des japanischen Tee-Exportverbands gießt nach dem Anrühren 50 bis 60 ml Wasser mit 95 °C auf (Japan Tea Export Council).

Dicker Matcha

Neben dem dünnen Tee, usucha, gibt es den dicken, koicha. Urasenke nennt etwa 3,75 g Pulver je Person. Der Tee wird mit dem Besen langsam geknetet (Urasenke). Bei der Schule Omotesenke trinken mehrere Gäste aus einer Schale (Omotesenke). Eine Wassermenge nennen die Teeschulen nicht, ein Teehersteller aus Kyoto nimmt 4 g auf 30 ml (Herstellerangabe).

Schalen und Keramikstile

Die Raku-Keramik beginnt im 16. Jahrhundert mit dem Töpfer Chōjirō. Seine ersten Teeschalen entstanden um 1579 im Umfeld des Teemeisters Sen no Rikyū (Raku Museum). Raku-Schalen werden von Hand geformt (Metropolitan Museum). Überliefert ist der Spruch „Ichi Raku, ni Hagi, san Karatsu“, der drei Keramikstile für Teeschalen in eine Reihenfolge bringt (Stadt Hagi).

Verbreitet ist die Unterscheidung von flachen, weiten Schalen für den Sommer, in denen der Tee schneller abkühlt, und hohen, engen Schalen für den Winter. Eine Werkstatt in Kyoto beschreibt das so und schreibt zugleich, dass es dafür keine feste Regel gibt (Herstellerangabe).

Flache helle Matchaschale neben einer dunklen, dickwandigen Schale
KI-generiertes Bild

Mit Milch oder kalt

Matcha wird auch mit Milch als Matcha Latte getrunken, schreibt das Landesamt in Bayern (LGL Bayern). Für kalten Matcha schüttelt ein Hersteller 1 g Pulver mit 100 ml Eiswasser in einer Flasche (Herstellerangabe). Eine Anleitung japanischer Stellen für Matcha ohne Besen haben wir nicht gefunden.

Glas mit Matcha und Milch auf Eis, daneben eine Schale mit Eiswürfeln
KI-generiertes Bild

Koffein, Aluminium und Lagerung

Die japanische Lebensmitteltabelle nennt 3,2 g Koffein je 100 g Matchapulver (MEXT). Das Landesamt in Bayern maß in einer Tasse aus 1 bis 2 g Pulver 13 bis 68 mg Koffein (LGL Bayern). Zum Vergleich: Eine Tasse Filterkaffee mit 200 ml hat laut BfR etwa 90 mg (BfR).

Matcha kann viel Aluminium enthalten, das BfR fand 2019 in drei Proben 1.743 bis 2.350 mg je Kilogramm (BfR). Die Verbraucherzentrale rät deshalb, ohne Angabe des Herstellers höchstens 1 g je Tasse und drei Tassen am Tag zu trinken. Gesundheitsbezogene Werbeaussagen sind für Matcha nicht zugelassen (Verbraucherzentrale).

Tee lagerst du luftdicht, dunkel und kühl (Japan Tea Export Council). Ein Hersteller rät, geöffneten Matcha bald zu verbrauchen, weil er schneller verdirbt als anderer Tee (Herstellerangabe).

Weiterlesen

Wie Teegeschirr in China aussieht, liest du in Chinesisches Teegeschirr. Wie du Milch für einen Matcha Latte aufschäumst, erklärt Wie schäumst du Milch richtig auf?. Einen anderen Tee mit Milch findest du in Was ist Chai Tee und wie kochst du Masala Chai?. Schalen und Becher für Tee gibt es bei unseren Teetassen.

Quellen