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Wie machst du Kaffee mit dem Handfilter?

Veröffentlicht am: 10.02.2026
Handfilter aus Keramik mit Papierfilter auf einer Tasse, daneben ein Wasserkessel und ein Schälchen mit Kaffeebohnen

Für Kaffee aus dem Handfilter brauchst du nur einen Filter, Papier, gemahlenen Kaffee und heißes Wasser. Hier liest du, wie viel Kaffee du nimmst, wie heiß das Wasser sein sollte, warum der Kaffee beim Aufgießen aufquillt und was das Papier zurückhält.

Die Bilder in diesem Beitrag wurden mit KI erstellt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Deutsche Kaffeeverband rechnet 7 bis 10 g mittelfein gemahlenen Kaffee je Tasse.
  • Das Wasser sollte 88 bis 95 °C heiß sein.
  • Beim ersten Aufguss entweicht Kohlendioxid aus der Röstung, deshalb quillt das Kaffeemehl auf.
  • Papiergefilterter Kaffee enthält kaum Cafestol, der Großteil bleibt im Kaffeesatz.

So brühst du Kaffee mit dem Handfilter auf

  1. Leg ein Filterpapier in den Handfilter und feuchte es an.
  2. Gib 7 bis 10 g mittelfein gemahlenen Kaffee je Tasse mit 125 bis 150 ml hinein.
  3. Gieß Wasser mit 88 bis 95 °C zunächst in einem kleinen Schwall auf.
  4. Gieß nach wenigen Sekunden in kleinen Mengen langsam und kreisend nach.
Leerer Handfilter aus weißem Porzellan, daneben ein gefalteter Papierfilter
KI-generiertes Bild

So beschreibt es der Deutsche Kaffeeverband. Ist das Pulver zu fein, bleibt das Wasser laut Verband zu lange im Kontakt mit dem Kaffee, und er schmeckt streng.

Eine Norm für den Handfilter gibt es nicht. Die Specialty Coffee Association prüft Filtermaschinen mit 55 g Kaffee je Kilogramm Wasser und 90 bis 96 °C im Kaffeebett (SCA Standard 310-2021), das European Coffee Brewing Centre mit mindestens 60 g je Liter (ECBC). Beide schließen Handfilter ausdrücklich aus. Als Anhaltspunkt taugen die Werte trotzdem.

Ein Ablauf aus der Forschung

In einer italienischen Studie wurde mit einem Handfilter aus Keramik aufgebrüht. Das Filterpapier wurde mit 93 °C heißem Wasser angefeuchtet, das Verhältnis lag bei 1 zu 15. Zuerst kamen 60 ml Wasser zum Vorbrühen auf das Kaffeemehl, danach in zwei Schritten 100 und 130 ml, jeweils in Kreisen gegossen (Santanatoglia und andere 2023).

Warum der Kaffee beim Aufgießen blubbert

Frisch gerösteter Kaffee enthält Kohlendioxid in den Poren der Bohne. Beim Aufgießen entweicht es, das Kaffeemehl quillt auf und wirft Blasen (SCA). In der Kaffeeszene heißt das Blooming. Einen Teil verliert der Kaffee schon beim Mahlen: Bei grobem Pulver waren es in einer Messung 26 bis 30 % des verbliebenen Gases, bei feinem 45 bis 59 % (Wang 2014). Das Gas beeinflusst die Extraktion (Smrke und andere 2018). Laut SCA gilt gemahlener Kaffee etwa eine Stunde lang als frisch.

Aufgequollenes Kaffeemehl mit Blasen in einem Handfilter, von oben gesehen
KI-generiertes Bild

Eine Messung, wie stark das Vorbrühen am Handfilter den Geschmack verändert, haben wir nicht gefunden.

Wie heiß soll das Wasser sein?

Der Kaffeeverband nennt 88 bis 95 °C, nicht mehr. Ein Team der University of California in Davis brühte Kaffee mit 87, 90 und 93 °C und hielt Stärke und Extraktion gleich. Die Temperatur veränderte den Geschmack kaum (Batali und andere 2020). Getestet wurde an einer Filtermaschine.

Auch das Gießen selbst wurde untersucht. Die Autoren einer Strömungsstudie raten, aus möglichst großer Höhe zu gießen, solange der Strahl glatt bleibt. Ein dünner Strahl zerfällt in Tropfen (AIP).

Was der Papierfilter zurückhält

Kaffeebohnen enthalten Cafestol und Kahweol. Diese Diterpene erhöhen beim Menschen Cholesterin und Triglyceride im Blut, Kaffee aus dem Papierfilter enthält sie kaum (Urgert und Katan 1996). Den größten Teil hält dabei der Kaffeesatz zurück. In einer Studie blieben 87,45 % des Cafestols im Satz, 12,41 % im Papier und 0,15 % gelangten in den Kaffee (Rendón und andere 2017).

Kaffee tropft aus einem Handfilter in eine Glaskanne
KI-generiertes Bild
FilterCafestol je Tasse mit 120 ml
Papier0,08 mg
Nylon0,64 mg
French Press2,8 mg

Die Werte stammen aus Messungen von 1995, zusammengestellt in einer Studie aus Singapur (Naidoo und andere 2011). Zwischen normalem Filterpapier und Papier mit Aromaporen fand eine Studie aus Uppsala keinen deutlichen Unterschied (Orrje und andere 2025).

Das Papier verändert auch den Geschmack. In der italienischen Studie enthielten papiergefilterte Kaffees mehr karamellige und blumige Aromastoffe, Kaffee aus Metallfiltern schmeckte fruchtiger und röstiger.

Woher der Papierfilter kommt

Melitta Bentz aus Dresden experimentierte mit einem durchlöcherten Messingbecher und einem Blatt Löschpapier. Am 20. Juni 1908 meldete sie ihren Kaffeefilter beim Kaiserlichen Patentamt als Gebrauchsmuster an, am 8. Juli wurde er eingetragen. Geschützt war ein Filter mit gewölbtem Boden und schräg gerichteten Löchern. Die Originalunterlagen gingen im Zweiten Weltkrieg verloren (DPMA).

Porzellan, Glas oder Kunststoff?

Der Kaffeeverband nennt Handfilter aus Porzellan oder Kunststoff. Wie stark das Material die Temperatur im Kaffeemehl verändert, haben bisher Röstereien und Kaffeeblogs verglichen. Eine Studie dazu haben wir nicht gefunden.

Drei leere Handfilter aus Keramik, Glas und Metall nebeneinander
KI-generiertes Bild

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Quellen