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Was ist weißer Tee?

Veröffentlicht am: 10.02.2026
Glaskanne mit hellgoldenem Tee, daneben eine Keramikschale mit silbrig behaarten Teeknospen und eine kleine Teeschale

Weißer Tee gilt als mild und arm an Koffein. Hier liest du, was ihn ausmacht, woher er kommt, welche Sorten es gibt, was Messungen zum Koffein zeigen und wie du ihn zubereitest.

Die Bilder in diesem Beitrag wurden mit KI erstellt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Weißer Tee wird nur gewelkt und getrocknet, weder gerollt noch geröstet.
  • Er stammt aus der chinesischen Provinz Fujian, bekannt sind Fuding und Zhenghe.
  • Im trockenen Blatt steckt oft mehr Koffein als in grünem Tee, in der Tasse liegen beide nah beieinander.
  • Eine einheitliche Zubereitung gibt es nicht, Verband und Labor kommen zu unterschiedlichen Temperaturen.

Was weißen Tee ausmacht

Tee stammt nach den deutschen Leitsätzen ausschließlich aus Blättern, Knospen und zarten Stielen des Teestrauchs (Leitsätze für Tee). Beschrieben sind dort schwarzer Tee, Oolong, grüner Tee und Pu-Erh, weißer Tee hat keine eigene Bezeichnung. Auch international gibt es keine allgemein anerkannte Definition, schreiben Lebensmittelchemiker der TU Braunschweig. In China zählen bestimmte Teepflanzen aus Fujian und die schonende Verarbeitung, in anderen Ländern eher, dass nur Knospen und erste Blätter gepflückt werden (Hilal und Engelhardt 2007).

Wie weißer Tee entsteht

Weißer Tee durchläuft zwei Hauptschritte: Welken und Trocknen. So beschreibt es das chinesische Register für immaterielles Kulturerbe, die Blätter werden weder geröstet noch gerollt (ihchina). Die feinen Härchen auf den Knospen bleiben erhalten und geben dem Tee sein weißliches Aussehen, schreibt der Deutsche Teeverband (Teeverband).

Getrocknete weiße Teeknospen und Blätter in Grün und Silber auf grobem Leinen
KI-generiertes Bild

Fuding und Zhenghe

Zwei Orte in Fujian stehen für weißen Tee. Die Herstellungstechnik aus Fuding ist seit 2011 nationales Kulturerbe Chinas. Zhenghe-Weißtee ist seit 2007 als geografische Angabe geschützt (Provinzregierung Fujian). Beide Orte beanspruchen den Ursprung für sich. Seit 2022 stehen die traditionellen Verfahren der chinesischen Teeherstellung auf der UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes, weißer Tee ist dort als eine von sechs Teekategorien genannt (UNESCO).

Die vier Sorten

Weißer Tee wird nach der Zartheit der Triebe in vier Stufen eingeteilt (Pan und andere 2018):

SorteWas gepflückt wird
Bai Hao Yin Zhen (Silbernadel)nur ungeöffnete Knospen
Bai Mu DanKnospe mit ein bis zwei Blättern
Gong MeiKnospe mit zwei bis drei Blättern
Shou Meireife Blätter

Vorsicht beim Namen: Anji Bai Cha heißt übersetzt weißer Tee aus Anji, ist aber ein grüner Tee.

Nahaufnahme silbrig behaarter, länglicher Teeknospen in einer gesprenkelten Keramikschale
KI-generiertes Bild

Wie viel Koffein steckt in weißem Tee?

Die Annahme, weißer Tee habe weniger Koffein als grüner, halten Hilal und Engelhardt für nicht haltbar. In ihren rund 30 Proben weißen Tees steckten im Mittel 4,85 g Koffein pro 100 g, in grünem Tee 2,90 g. Junge Blätter enthalten mehr Koffein als alte, das zeigte eine Studie der National Taiwan University (Lin und andere 2003).

In der Tasse sieht es anders aus. Ein Team aus Istanbul brühte je 2 g Tee mit 200 ml Wasser auf und maß das Koffein in Milligramm pro Tasse (Ayakdaş und Ağagündüz 2025):

Tee80 °C, 2 Minuten80 °C, 5 Minuten100 °C, 5 Minuten
weiß5,82622
grün112325
schwarz142323

Kurz und kühl aufgegossen landet also wenig Koffein in der Tasse, nach fünf Minuten liegen alle drei gleichauf. Die Stichprobe für weißen Tee war mit fünf Sorten klein. In der Studie mit Fuding-Tees gab die Silbernadel bei jeder Temperatur am wenigsten Koffein ab. Die Autoren vermuten, dass die wasserabweisenden Härchen die Knospen an der Oberfläche halten.

Gesprenkelte Teeschale aus Keramik mit hellgoldenem, klarem Aufguss auf Holz
KI-generiertes Bild

Schwangerschaft und Kinder

Bis zu 200 mg Koffein über den Tag verteilt gelten laut EFSA in Schwangerschaft und Stillzeit als unbedenklich für das Kind. Für Kinder und Jugendliche nennt die Behörde 3 mg je Kilogramm Körpergewicht, bei 30 kg also 90 mg. Das BfR gibt diese Werte wieder und setzt für eine Tasse grünen Tee 30 mg an, für schwarzen 45 mg (BfR). Einen eigenen Wert für weißen Tee nennen beide nicht. Menschen mit Erkrankungen und Wechselwirkungen mit Medikamenten hat die EFSA nicht bewertet.

So bereitest du weißen Tee zu

Das Tee-Institut im Österreichischen Kaffee- und Tee-Verband beschreibt die traditionelle chinesische Art: Die Blätter kommen lose ins Glas und ziehen mit etwa 70 Grad heißem Wasser fünf bis sieben Minuten. Sonst soll das Wasser 75 bis 80 °C nicht übersteigen. Mehrere Aufgüsse sind möglich, der Geschmack ändert sich dabei (Tee-Institut).

Glas mit heißem Wasser, in dem aufgequollene Teeknospen senkrecht schweben
KI-generiertes Bild

Zwei Laborstudien kamen zu heißerem Wasser. Bei Fuding-Tee schnitten im Geschmackstest 100 °C und drei Minuten am besten ab (Zhang und andere 2017). Eine Studie der Universität Granada mit 80 weißen Tees empfahl 98 °C und sieben Minuten (Pérez-Burillo und andere 2018). Probier beides und achte darauf, wie sich der Geschmack verändert.

Was die EFSA zu Catechinen sagt

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit hat 2018 die Catechine aus grünem Tee bewertet. Aus Aufgüssen gelten sie im Allgemeinen als sicher. Bei Nahrungsergänzungsmitteln mit 800 mg EGCG pro Tag oder mehr sah sie mögliche erste Anzeichen von Leberschäden (EFSA). Weißen Tee hat sie nicht eigens bewertet.

Weiterlesen

Wie lange andere Tees ziehen sollten, steht in Wie lange muss Tee ziehen?. Wie du die empfindlichen Blätter aufbewahrst, liest du in Wie lagerst du Tee richtig?. Welches Wasser sich eignet, erklärt Welches Wasser eignet sich für Kaffee und Tee?. Tassen für deinen Tee findest du bei unseren Teetassen.

Quellen