Arabischer Kaffee ist hell, würzig und wird in kleinen Schlucken getrunken. Hier liest du, wie er nach Angaben der UNESCO und der Kulturbehörden am Golf geröstet, gekocht und gewürzt wird, wie er serviert wird und was ihn vom türkischen Kaffee unterscheidet.
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Das Wichtigste in Kürze
- Arabischer Kaffee steht seit 2015 auf der UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes.
- Er wird mit Kardamom gekocht, je nach Region auch mit Safran, Nelken oder Ingwer.
- Eingeschenkt wird wenig, etwa ein Viertel der Tasse, dazu gibt es Datteln.
- Wer genug hat, schüttelt die Tasse leicht.
Ein Kulturerbe der UNESCO
2015 trug die UNESCO „Arabic coffee, a symbol of generosity“ auf Antrag der Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi-Arabiens, Omans und Katars in ihre Liste ein (UNESCO 2015). 2024 kam Jordanien dazu, der neue Eintrag ersetzt den alten. Er nennt Hochzeiten und Versammlungen zur Streitschlichtung als Anlässe, bei denen Kaffee gereicht wird (UNESCO 2024). Saudi-Arabien erklärte 2022 zum Jahr des saudischen Kaffees (Kulturministerium Saudi-Arabien). Im selben Jahr nahm die UNESCO auch den Anbau des Khawlani-Kaffees in Saudi-Arabien auf. Die Khawlani-Stämme bauen seit über 300 Jahren Kaffee an, Gästen Bohnen vom eigenen Hof zu servieren gilt als Ehre (UNESCO).
So wird er zubereitet
Der Beschluss der UNESCO von 2015 beschreibt die Zubereitung in vier Schritten:
- Die Bohnen werden in einer flachen Pfanne über dem Feuer leicht geröstet.
- Danach werden sie in einem Mörser aus Kupfer zerstoßen.
- Der Kaffee kocht in einer großen Kupferkanne.
- Anschließend wird er in eine kleinere Kanne umgegossen, aus der eingeschenkt wird.

Wie hell geröstet wird, unterscheidet sich. Die Kulturbehörde von Abu Dhabi nennt helle und mittlere bis dunkle Röstungen (DCT Abu Dhabi), Saudipedia regionale Röstfarben von goldgelb bis dunkel (Saudipedia). Eine Studie aus Saudi-Arabien untersuchte hell, mittel und dunkel als die drei gängigen Röstgrade (Alamri und andere 2022).

In Abu Dhabi arbeitet man mit drei Kannen: In der großen Kochkanne ziehen Kaffee und Kardamom, eine zweite dient zum Filtern, aus der dritten wird eingeschenkt (Abu Dhabi Culture). Das Kulturministerium von Katar nennt als Werkzeuge die Röstpfanne Al-Mahmas, den Mörser Al-Hawan, die Kanne Dallah und die kleinen Tassen, Fannajeen (Kulturministerium Katar). Im Nationalmuseum Katar wird der Kaffee beim Umgießen durch ein Sieb aus Palmfasern gegossen (Nationalmuseum Katar).
Laut der Kulturbehörde von Abu Dhabi kamen Gewürze wie Kardamom, Safran oder Nelken erst mit der Zeit dazu. Ursprünglich wurde der Kaffee pur und stark getrunken.
Gewürze nach Region
Die staatliche saudische Nachrichtenagentur beschreibt, wie sich die Gewürze im Land unterscheiden (Saudi Press Agency):
| Region | Gewürze im Kaffee |
|---|---|
| Najd | Kardamom und Safran |
| Süden | Kardamom und Safran, dazu Nelken, Ingwer und Zimt |
| Hail | Kardamom, Safran und Nelken |
| Westen | nur Kardamom |
Saudipedia nennt Kaffee und Kardamom als Hauptzutaten. In Dubai wird der Kaffee mit einer eigenen Gewürzmischung namens Gnad gekocht, die Emirate haben laut der Kulturbehörde ein eigenes Rezept (Dubai Culture). Eine überlieferte Menge Kardamom haben wir in keiner Behörden- oder Fachquelle gefunden, sie wird je nach Familie und Region unterschiedlich dosiert.

Wie serviert wird
Einschenken ist Aufgabe des Gastgebers. Saudipedia nennt den Hausherrn, einen Sohn oder einen nahen Verwandten. Der Beschluss von 2015 sagt, der wichtigste oder älteste Gast bekomme zuerst, und zwar ein Viertel der Tasse. Getrunken werden mindestens eine und höchstens drei Tassen (UNESCO 2015). Im Nationalmuseum Katar heißt es, erst die Gäste und dann die Älteren.

Bei der Hand sind die Quellen nicht einig. Der Eintrag der UNESCO von 2024 sagt, der Kaffee müsse mit der rechten Hand eingeschenkt werden. Die Saudi Press Agency, die Kulturbehörde von Abu Dhabi und das Nationalmuseum Katar beschreiben, dass die Kanne in der linken Hand liegt und die Tasse mit der rechten gereicht wird.
Wer genug hat, schüttelt die Tasse leicht hin und her (UNESCO 2024). In Oman sagt man dazu „Bas, shukran“, genug, danke (Experience Oman). Zum Kaffee gehören Datteln, das betonen die Kulturstellen in Saudi-Arabien, Katar und Oman.
Unterschied zum türkischen Kaffee
Türkischer Kaffee wird laut UNESCO zu feinem Pulver gemahlen, mit Zucker im Kännchen gekocht, mit Schaum und einem Glas Wasser serviert. Der Satz bleibt in der Tasse, aus ihm wird auch gelesen (UNESCO). Arabischer Kaffee wird nach dem Kochen in eine Servierkanne umgegossen und in kleinen henkellosen Tassen gereicht.
Weiterlesen
Wie türkischer Kaffee in der Cezve gelingt, liest du in Wie bereitest du türkischen Kaffee zu?. Wie Kaffeehäuser im Orient entstanden, erzählt Die Geschichte der Kaffeehäuser. Kardamom im Tee findest du in Was ist Chai Tee und wie kochst du Masala Chai?. Kleine Tassen für starken Kaffee gibt es bei unseren Kaffeetassen.
Quellen
- UNESCO: Decision 10.COM 10.B.32, Arabic coffee, a symbol of generosity, Dezember 2015
- UNESCO: Arabic coffee, a symbol of generosity, Eintrag 2024, abgerufen 01.10.2026
- UNESCO: Turkish coffee culture and tradition, abgerufen 01.10.2026
- Kulturministerium Saudi-Arabien: Year of Saudi Coffee, abgerufen 01.10.2026
- Saudi Press Agency: Saudi Arabia Marks International Coffee Day, 01.10.2024
- Saudipedia: Saudi Coffee, 11.07.2023
- UNESCO: Knowledge and practices related to cultivating Khawlani coffee beans, Eintrag 2022, abgerufen 01.10.2026
- Saudi Journal of Biological Sciences, Alamri, Rozan und Bayomy: A study of chemical composition, antioxidants, and volatile compounds in roasted Arabic coffee, 2022
- Kulturministerium Katar: Arabic Coffee, 02.02.2025
- Dubai Culture & Arts Authority: Qahwa, abgerufen 01.10.2026
- Department of Culture and Tourism Abu Dhabi: Ghawa: The Essence of Hospitality and Respect, 16.12.2019
- Abu Dhabi Culture: Gahwa, Arabic Coffee, abgerufen 01.10.2026
- Nationalmuseum Katar: How To Prepare Gahwa, abgerufen 01.10.2026
- Experience Oman, Ministerium für Kulturerbe und Tourismus: Omani Hospitality, abgerufen 01.10.2026

