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Wie benutzt du einen Espressokocher richtig?

Veröffentlicht am: 10.02.2026
Achteckiger Espressokocher aus Aluminium auf einer Gasflamme, daneben eine kleine Espressotasse aus Keramik

Der Espressokocher steht in vielen Küchen und macht starken Kaffee auf dem Herd. Hier liest du, wie er funktioniert, wie du ihn befüllst, wann er vom Herd muss, was über Aluminium bekannt ist und wie du ihn pflegst.

Die Bilder in diesem Beitrag wurden mit KI erstellt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Füll Wasser höchstens bis zum Ventil und drück das Kaffeemehl nicht an.
  • Stell die Kanne auf kleine Hitze und nimm sie vom Herd, bevor sie laut zu gurgeln beginnt.
  • Das BfR rät nicht von Espressokochern aus Aluminium ab. Es empfiehlt, sie von Hand zu spülen.
  • Der Druck liegt weit unter dem einer Espressomaschine.

Wie ein Espressokocher funktioniert

Die Kanne hat drei Teile: unten den Kessel mit Sicherheitsventil, darauf den Trichter für das Kaffeemehl und oben den Behälter mit Sieb und Dichtung. Wird der Kessel heiß, drückt der Dampf das Wasser durch das Kaffeemehl nach oben (Navarini und andere 2009).

Zerlegter Espressokocher mit Kessel, Trichter und oberem Teil nebeneinander
KI-generiertes Bild

Dabei wird es weniger heiß, als viele glauben. In Messungen eines Kaffeerösters und der Universität Triest begann die Extraktion bei etwa 70 °C Wassertemperatur im Kessel, der Kaffee trat mit rund 80 °C aus dem Kaffeemehl aus. Einen großen Teil des Drucks liefert die erhitzte Luft im Kessel. Der Physiker Warren King berechnete für eine typische Kanne einen Überdruck von nur 15 Kilopascal bei 95 °C (King 2008). Eine Espressomaschine arbeitet mit etwa 9 bar, das sind 900 Kilopascal.

So bereitest du Kaffee im Espressokocher zu

  1. Füll den Kessel mit Wasser, höchstens bis zum Ventil.
  2. Setz den Trichter ein und füll ihn locker mit Kaffeemehl, ohne es anzudrücken.
  3. Schraub Ober- und Unterteil fest zusammen.
  4. Stell die Kanne auf kleine Hitze. Die Kochstelle sollte nicht größer sein als der Boden der Kanne.
  5. Nimm sie vom Herd, sobald der Kaffee nach oben steigt, spätestens wenn es gurgelt.
  6. Rühr den Kaffee im oberen Behälter kurz um und schenk ein.
Trichter eines Espressokochers, locker mit Kaffeemehl gefüllt
KI-generiertes Bild

So beschreiben es zwei Hersteller (Herstellerangabe, Herstellerangabe). Wer das Kaffeemehl andrückt, erhöht laut Herstellerangabe den Widerstand, der Kaffee wird bitter oder läuft nicht durch. Steht das Wasser höher, bedeckt es das Ventil, das bei Überhitzung Dampf ablassen soll.

Kaltes oder vorgewärmtes Wasser?

Hier widersprechen sich die Quellen. Die Hersteller empfehlen kaltes oder zimmerwarmes Wasser, einer von ihnen warnt, heißes Wasser beschleunige den Ablauf und mache den Kaffee bitter. Die Rechnung des Physikers kommt zu einem anderen Ergebnis: Mit kaltem Wasser ist die Hälfte des Kaffees schon extrahiert, bevor das Wasser im Kessel 70 °C erreicht. Wärmt man es vorher auf etwa 70 °C an, läuft der Kaffee heißer durch. Probier beides aus.

Warum er rechtzeitig vom Herd muss

Am Ende rasselt und blubbert die Kanne. Die Forscher aus Triest nennen das die strombolianische Phase, nach dem Vulkan Stromboli. Das Wasser im Kessel hatte dann 117 bis 121 °C. Was in dieser Phase noch durchläuft, macht den Kaffee laut der Studie bitter und herb.

Geöffneter Espressokocher, aus dem Steigrohr steigt dunkler Kaffee
KI-generiertes Bild

Aluminium oder Edelstahl?

Der klassische Espressokocher ist aus Aluminium, seit den 1980er Jahren gibt es ihn auch aus Edelstahl. Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) bildet sich bei der ersten Benutzung eine Schutzschicht, die den Übergang von Aluminium in den Kaffee weitgehend verringert. In der Spülmaschine kann sie verloren gehen. Die Freisetzung bleibt auch dann unter dem Wert von 5 mg je Kilogramm, den eine Resolution des Europarats empfiehlt. Das BfR sieht deshalb keinen Anlass, von Espressokochern aus Aluminium abzuraten, empfiehlt aber, sie nicht in der Spülmaschine zu reinigen (BfR).

Espressokocher aus Edelstahl neben einem aus Aluminium
KI-generiertes Bild

Das Hessische Landeslabor testete drei Aluminiumkannen und eine aus Edelstahl. Wer pro Woche gut drei Liter Kaffee aus einer Aluminiumkanne trinkt, schöpft damit höchstens 4 % der wöchentlich duldbaren Aufnahmemenge aus (Stahl und andere 2017).

Für den Induktionsherd taugt Aluminium nicht, der Boden muss magnetisch sein. Auch nicht jede Kanne aus Edelstahl eignet sich. Bleibt ein Magnet am Boden haften, passt es (Herstellerangabe).

Reinigung und Pflege

Die Hersteller raten, den Espressokocher nur mit heißem Wasser auszuspülen, ohne Spülmittel und ohne Spülmaschine, und ihn erst trocken wieder zusammenzuschrauben. Die Dichtung soll mindestens einmal im Jahr getauscht werden, spätestens wenn sie hart wird. Mit einer neuen Kanne machst du zuerst mindestens drei Durchgänge Kaffee, die du weggießt (Herstellerangabe).

Woher der Espressokocher kommt

Alfonso Bialetti entwarf die achteckige Kanne 1933. Das Museum of Modern Art in New York hat ein Exemplar in seiner Sammlung (MoMA), die Triennale Milano in ihrer ständigen Sammlung. Laut Triennale hat die achteckige Form einen praktischen Grund: Die Kanne lässt sich so fest greifen (Triennale Milano). Sein Sohn Renato stellte sie ab 1946 industriell her.

Weiterlesen

Wie fein du für den Espressokocher mahlst, steht in Welcher Mahlgrad für Espresso, Filter und French Press?. Espresso aus dem Siebträger erklärt die Genaue Anleitung zur Espressozubereitung. Welche Tasse zu welchem Getränk passt, liest du in Welche Tassengröße für Espresso, Cappuccino und Flat White?. Passende Tassen findest du bei unseren Kaffeetassen.

Quellen