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Wie bereitest du Kaffee in der French Press zu?

Veröffentlicht am: 10.02.2026
French Press aus Glas mit dunklem Kaffee, daneben eine Keramiktasse mit Kaffee und grob gemahlener Kaffee auf Holz

In der French Press zieht der Kaffee frei im heißen Wasser, bevor ein Metallsieb den Satz nach unten drückt. Hier liest du, wie viel Kaffee du brauchst, wie lange er zieht, was das Sieb durchlässt und woher die Kanne kommt.

Die Bilder in diesem Beitrag wurden mit KI erstellt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Deutsche Kaffeeverband rechnet 7 bis 10 g Kaffee je Tasse, grob gemahlen.
  • Das Wasser sollte 88 bis 95 °C heiß sein, also nicht mehr kochen.
  • Nach zweieinhalb bis vier Minuten drückst du den Stempel sanft nach unten.
  • French-Press-Kaffee enthält mehr Cafestol als Filterkaffee, einen Stoff, der das LDL-Cholesterin erhöhen kann.

So bereitest du Kaffee in der French Press zu

  1. Mahl den Kaffee grob und gib ihn in die Kanne, 7 bis 10 g je Tasse mit 125 bis 150 ml.
  2. Gieß heißes Wasser mit 88 bis 95 °C darüber.
  3. Rühr ein- bis zweimal um und setz den Deckel auf.
  4. Lass den Kaffee zweieinhalb bis vier Minuten ziehen.
  5. Rühr die Oberfläche noch einmal leicht auf.
  6. Drück den Stempel mit dem Metallsieb sanft nach unten und schenk ein.
Grob gemahlener Kaffee im Boden einer leeren Glaskanne einer French Press
KI-generiertes Bild

So beschreibt es der Deutsche Kaffeeverband. Ein Hersteller von French-Press-Kannen nennt 92 bis 96 °C und vier Minuten (Herstellerangabe). Die Specialty Coffee Association arbeitet bei der fachlichen Verkostung mit French Press oder Filter mit 55 bis 60 g Kaffee je Liter Wasser (SCA Standard 102-2024).

Wie lange soll der Kaffee ziehen?

Ein Team der University of California in Davis untersuchte Kaffee, der wie in der French Press komplett im Wasser zieht. Die gelöste Menge stieg bis etwa 20 Minuten an und blieb dann gleich. Temperatur, Mahlgrad und Röstung veränderten das Gleichgewicht zwischen 80 und 99 °C kaum. Die Forscher raten deshalb, vor allem auf das Verhältnis von Kaffee zu Wasser zu achten (Liang und andere 2021).

Glaskanne mit eingesetztem Stempel und dunklem Kaffee
KI-generiertes Bild

In einer zweiten Studie verkosteten Fachleute Kaffee nach 0, 4, 10, 30 und 60 Minuten. Nach etwa zehn Minuten änderte sich der Geschmack kaum noch (Liang und andere 2024). Wer stärkeren Kaffee will, nimmt also mehr Pulver.

Was es mit der Kruste auf sich hat

Nach dem Aufgießen steigt das Kaffeemehl nach oben und bildet eine Schicht. Bei der Verkostung nach dem Standard der Specialty Coffee Association bleibt diese Kruste drei bis fünf Minuten unberührt und wird dann mit etwa drei Rührbewegungen gebrochen. Auch der Kaffeeverband rührt vor dem Pressen die Oberfläche auf.

Glaskanne mit Kaffee und einer schaumigen Kruste aus Kaffeemehl, daneben der Deckel mit Stempel
KI-generiertes Bild

Was das Metallsieb durchlässt

Kaffeebohnen enthalten Öle mit den Diterpenen Cafestol und Kahweol. Heißes Wasser löst sie, ein Papierfilter hält sie zurück (Urgert und Katan 1997). Das Sieb der French Press lässt sie durch. Ein Team der Universität Wageningen maß 3,5 mg Cafestol je Tasse French-Press-Kaffee, bei Filterkaffee war die Menge vernachlässigbar (Urgert und andere 1995). Metallsiebe unterscheiden sich allerdings stark: In einer Studie aus Singapur lagen zwei Kaffees aus Metallsieben bei 0,05 und 0,98 mg je Tasse (Naidoo und andere 2011).

Was das für das Cholesterin bedeutet

In einer Studie tranken 46 gesunde Erwachsene 24 Wochen lang täglich 0,9 Liter starken Kaffee, entweder aus der French Press oder gefiltert. Mit French-Press-Kaffee stieg das LDL-Cholesterin um 9 bis 14 %. Nach dem Ende der Studie gingen die Werte wieder zurück (Urgert und andere 1996). Eine Auswertung von 14 Studien kam 2001 zum selben Ergebnis für ungefilterten Kaffee (Jee und andere 2001).

Das Bundeszentrum für Ernährung schreibt, ein Papierfilter halte diese Stoffe zurück (BZfE). Die norwegische Gesundheitsbehörde nennt Kaffee aus der Presskanne ausdrücklich ungefiltert (Helsedirektoratet). Die Wageningen-Forscher rieten Menschen mit erhöhtem Herzrisiko, die viel Kaffee trinken, zu Zubereitungen mit wenig Diterpenen (Urgert und Katan 1996). Eine Tassenzahl, ab der es heikel wird, nennt keine Fachgesellschaft.

Woher die French Press kommt

Am 27. März 1852 meldeten der Blechner Henri-Otto Mayer und der Kaufmann Jacques-Victor Delforge in Paris ein Patent auf eine „Cafetière à pression et à filtrage instantanés“ an. Die Zeichnung zeigt eine Kanne mit Stange, Knauf und Siebscheibe (INPI).

French Press aus Edelstahl neben einem Keramikbecher mit Kaffee
KI-generiertes Bild

1928 meldete der Mailänder Ugo Paolini in Italien eine Kanne an, deren Siebkolben eine Feder an der Stange hält. Die Rechte übernahmen Attilio Calimani und Giulio Moneta, das US-Patent wurde 1931 erteilt (US 1797672). In Deutschland meldeten Calimani und Moneta 1929 einen Kolben mit zwei Sieben an, das gröbere unten, damit der Filter nicht verstopft (DE 537714).

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Quellen